Metzger & Stahl

 

 



 

Wenn der Musikfreund in einer Konzertankündigung liest: „Duo, mit Gitarre, Gesang, Mundharmonika“, dazu noch urdeutsche Namen, dann ist ihm eigentlich schon so gut wie klar was ihn auf dem Konzert erwartet. Wahrscheinlich Blues, traditionell, bestenfalls nah am US amerikanischen Original. Wer bei Metzger & Stahl dieser Annahme folgt, wird nachdrücklich sein blaues Wunder erleben.
Mit Ihrer schroff daherkommenden Rock Blues Variante balancieren sie musikalisch wohl irgendwo zwischen Tom Waits und Seasick Steve, aber doch als ganz eigene Gattung.
Sie verstehen die leisen wie auch lauten Töne so zu verpacken, dass stets knisternde Spannung in der Luft liegt. Peter Stahl spielt dabei Gitarren, bei denen der Tonabnehmer meist teurer ist als das Instrument. Und wenn man annimmt, dass nur teure Instrumente fett und authentisch klingen strafen Metzger & Stahl dann diese Annahmen schon wieder Lügen.
Diddy Metzgers Harpspiel erinnert leicht an Paul Butterfield und seine Stimme klingt seinen eigenen Angaben zufolge mehr kaputt als ganz. 
Diddy spielte über 20 Jahre mit der Blueslegende Louisiana Red bis zu dessen Tod in 2012. Er war Sideman von Aron Burton oder Angela Brown, fand aber parallel zum traditionellen Blues seine eigene extravagante Art Roots Musik zu interpretieren.
Peter Stahl spielte anfangs des Jahrtausends mit dem Ex-Nina Hagen Band und Spliff  Bassisten Manne Praeger, den er in Portugal kennen lernte und mit dem Ex Spliffer Potsch Potschka. Er ist heute gefragter Sideman bei Konzerten mit Künstlern wie Rolf Stahlhofen, Sir Waldo Weathers, Steffi Nerpel oder Jim Kahr.
Die Zusammenarbeit der beiden Individualisten befruchtet sich auf erstaunliche Weise und man kann Musikfreunden, die sich in Ihrem Geschmack nicht den Zwängen der Musikindustrie unterwerfen, einen Konzertbesuch bei Metzger & Stahl uneingeschränkt empfehlen.

Diddy Metzger: Vocs, Harmonicas
Peter Stahl: Guitars, Kickdrum

 

 

 

 

Pics by Jochen Zimmermann